Über Denknischen

„Wie geil wär’ das denn: Die Nische als Rohbau kahl und unabgeschlossen. Stört idealerweise dann vielleicht sogar das Ortsbild. Die ungemütliche Nische. Das wär’ was, wo ich so was von dermassen dabei wär’…“

„Denknischen! Jetzt mal nur so als Steilvorlage für irgendwen“

„Als Möglichkeitsraum, um alles radikal zu überdenken, sodass es irgendwann wieder aufplatzt und nach aussen wuchert … Alter!“

„…Nischen demzufolge auch nicht als weltentfremdete Frustrationsgemeinschaften, sondern als taktischer Rückzug, für nötige Korrekturen und neue Regeln. Braucht man ja mal etwas Ruhe, um sich die auch auszudenken…“

So unterhalten sich Qualle und Flummi in einem Gespräch geschrieben von Didi Neidardt und Frank Apunkt Schneider. Wir haben die „Steilvorlage“ dankend angenommen und sind mal munter auf den Torwart los gezogen. Die Autonome Sommeruni ist entstanden – oder passender – ist im Entstehen: Denn ein Möglichkeitsraum existiert erst im Geschehen und so sollten im Vorfeld keine Vergangenheiten verwendet werden.

Das Protokoll des zitierten fiktiven Gesprächs datiert auf den 27. Mai 2013. Unter dem Titel »Man müsste mal…« wurde es in der Ausgabe Nummer 19 »Blühende Nischen« des Büchleins »testcard« veröffentlicht. (Vielleicht eine arge Anmassung am Beginn eines Projektes, auf ein Buch mit dem Titel »Blüchende Nischen« zurück zu greifen. Aber vielleicht auch hat die Welt eh nur Kuchen und Sahne für die Dreistesten übrig.)

Reflexion statt Reflexe

Am Montag 16. August startet die autonome Sommeruni und die Worte von Qualle und Flummi können uns dabei inspirieren. Sie wünschen sich, für die Popkultur Nischen, die eine Kraft entwickeln und so im besten Fall der konstruktive Gegenort sind, zu einer Welt in der wir unsere Träume zum explodieren bringen. In den Worten von Qualle heisst das dann (wobei unsere Musik das Wissen ist):

„Vielleicht könnte man rausarbeiten, dass Nischen ebenso gut transitiv arbeiten können. Es ist ja vielleicht der Kunstfehler der meisten Nischenkritik, sie bloss als Endstationsform von was abzutun. Sie kann ja auch vielleicht als entwicklungspsychologischer Durchgangszustand gelesen werden, als Entschleunigungsmoment nach Phasen, wo fast jeden Tag weltbewegende neue Musik auf einen einstürzt. Ein Stand-by Modus. Man sortiert dann vielleicht mal die Euphorie, die die Bewegung immer nur vor sich her treibt.“

Bei der Sommeruni steht also nicht die unglaubliche Neuigkeit im Vordergrund. Es soll bestenfalls ein Moment zur Neubetrachtung der Veränderungen werden, welcher die Welt durch den Neoliberalismus unterzogen wurde. Die Sommeruni kann uns vielleicht in einem Moment der Verlangsamung vor Augen führen, was geschehen ist und damit die Möglichkeit schaffen, eine Situation der Reflexion zu schaffen und kritische Inhalte in eine neue politische Praxis zu überführen.

Das ganze Interview mit Flummi und Qualle ist wie erwähnt im Büchlein Testcard zu lesen und bald sollte es auch im Info- und Plattenladen romp sowohl zu kaufen wie anzuschauen sein.

Einen Einstieg in die jeweiligen Vortragsthemen und sonstige Neuigkeiten werdet ihr im Vorfeld der Vorträge jeweils auf dieser Seite finden. Wer sich auf dem Newsletter in der rechten Spalte einschreibt, wird im  jeweils aktuell darüber informiert, sowie auch über allfällige anschliessende Projekte auf dem laufenden gehalten.

Kontakt: denknischen(ät)gmx(punkt)ch


Comments
One Response to “Über Denknischen”
  1. Anna sagt:

    Liebe autonome Sommeruni.

    Was denn, ich bekomm ein Mail von denknischen. Hö? Das kenne ich nicht, also mach ich es auf (natürlich schon auf Spam geprüft) und dann lese ich so und dann mein Kopf so denk denk denk. Und dann wouh! Oder eher so oh! Und ich kann nicht anders, als zu nicken und laut zu sagen: Das ist ein wirklich tolles Projekt! Da musste ich mir einfach die modernen Kommunikationsmittel unter den Nagel reissen und diesen Kommentar hier schreiben, um meine Anerkennung kundzutun, dank dank dank.

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