Text zur Diskussion: Hardt & Negri (4. Sitzung)

Donnerstag, 01.09.2011, 19.30 Uhr
Empire und das Begehren der Menge

Ort: Wiederum in Emmenbrücke, Bahnhofstrasse 8

Von den einen als Revolutionsromantik verschmäht, von anderen als kommunistisches Manifest unserer Zeit verherrlicht, haben Antonio Negri und Michael Hardt mit „Empire“ eines der einflussreichsten Bücher für die Linke unserer Zeit geschrieben. Zentral ist darin ihre Analyse des »affektiven Kapitalismus«: Dieser produziert im Empire nicht bloss Wa- ren, sondern Gefühle, Wünsche und soziale Beziehungen. Das Empire hat sich in den Subjekten selbst eingenistet, ihr eigenes Begehren zum Objekt der Ausbeutung gemacht. Gleichzeitig erkennen Hardt & Negri in der Multitude – eine »vielgestaltete Menge kreativer und produktiver Subjektivitäten,« welche das lebendige Herz des toten Empires sind – das neue politische Subjekt. Die Menschen trügen in sich bereits »das Potenzial für eine Art des spontanen und elementaren Kommunismus.« Dies mag prophetisch klingen. Interessant für uns ist aber die Kraft, welche Hardt & Negri dem Begehren zusprechen. Gleichzeitig Ort der Ausbeutung, ist es für sie auch Ort der Befreiung. Denn dem Kapitalismus wird es nie gelingen, unser Begehren, unsere Gefühle kontrollieren zu können. Ist es nicht auch dieses Begehren, welches Menschen in Europa oder Afrika zur Revolte treibt?

 

Textlektüre:

Hardt; Micheal / Hanske, Paul-Philipp: 2007: “Und jetzt, Herr Hardt?”- Interview; In: Und Jetzt? Politik, Protest und Propaganda. Hg. von Heinrich Geiselberger, Suhrkamp, Frankfurt am Main

-> Wer den Text als PDF zugeschickt bekommen möchte, bitte eine kurze mail an denknischen@gmx.ch. Aus urheberrechtlichen Gründen ist dies leider nicht anders zu lösen.

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