Texte zum Vortrag: “Das Ende der repräsentativen Demokratie?”
Dienstag, 23.08.2011, 19.30 Uhr
Das Ende der repräsentativen Demokratie?
Diskussion: Gesellschaftsvertrag und Neoliberalismus
Achtung neuer Veranstaltungsort!!!
Seien es französische Immigrant_innen, europäische Prekarisierte, spanische Jugendarbeitslose oder Stuttgart21-Gegner_innen, welche sich in den letzten Jahren erhebten: Sie alle haben gemeinsam, dass sich ihr Protest gegen die Formen politischer Repräsentation richtet, in welchen sie sich nicht repräsentiert fühlen. Besonders auffällig ist an diesen Formen des Protests, dass sie ihre Kritik an der Repräsentation nicht aufgrund von politischen Theorien üben, sondern aus einem direkten Gefühl, in der Politik nicht mehr vertreten zu sein. Genauso wendet sich ihre Kritik gegen Gewerkschaften und linke Parteien. Ihr Protest verweist darauf, dass sich die repräsentative Demokratie, wie sie in Europa seit 200 Jahren propagiert wird, in einer Krise befindet. Deshalb wollen wir in einem Inputreferat die dieser Demokratieform grundlegenden Gesellschaftstheorien kurz beleuchten, und danach fragen, inwiefern Neoliberalismus und Globalisierung diese untergraben. Schliesslich soll in einer Diskussion über mögliche Formen der Kritik an der Demokratie und der Perspektiven linker Kräfte in diesen neuen Bewegungen gefragt werden.
Für die Diskussion werden wir die folgenden zwei kurzen Texte betrachten:
- Jean-Jaques Rousseau: Der Gesellschaftsvertrag (1758)
Als Beispiel für eine Theorie des Gesellschaftsvertrages ein Ausschnitt aus Rousseaus “Der Gesellschaftsvertrag”, welcher 1758 erschien und zu einer der grundlegenden Texte für die Aufklärung und des modernen Demokratieverständnisses gilt. Spannend darin ist die Frage nach der “volonté générale”, dem allgemeinen Willen eines Staates.
Als pdf downloaden, Original zu finden unter: http://www.textlog.de/rousseau_vertrag.htm
- Pedram Shahyar: Vom Tahrir-Platz zur Puerta del Sol (A&K Nr. 562, 2011)
Zur Diskussion über Formen der Kritik an der Demokratie, und über Perspektiven, um die repräsentative Demokratie zu überwinden, möchten wir mit diesem Text kurz auf die Protestbewegungen in der arabischen Welt und in Spanien schauen. Der Text aus der Zeitschrift Analyse & Kritik verbindet einige wichtige Probleme der heutigen Demokratie mit den Forderungen, bzw. den Aktionen der Protestbewegungen.
Als pdf downloaden, Original zu finden unter: http://www.akweb.de/ak_s/ak562/26.htm